Hi-ah Park eine koreanische Schamanin

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Morgenstern
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Beitragvon Morgenstern » 20.06.2005, 10:01

Schamanisches Wissen mit Hi-ah Park erleben

Autor:Ina Ernst (01.09.2003)naturel 9/2002


Gestern noch im Kino und morgen in Dresden - die koreanische Schamanin beeindruckte die Zuschauer mit ihren Heilkünsten

Schamanen und Wissenschaftler im Kino

Der Schamane legt seinen Mund auf die Bauchdecke der krebskranken Frau und saugt den Krebs aus ihrem Bauch. Inmitten des Amazonas-Regenwaldes heilt der Schamane Don Agustin Rivas seine Gäste mit Blüten- und Lehmbädern, mit gekochten Säften aus Rinden und Wurzeln, mit nächtlichen Heilungszeremonien und Reinigungsritualen. Eine Illusion? Nein, Filmsequenzen aus dem beeindruckenden Kino-Dokumentarfilm ?Unterwegs in die nächste Dimension?.


Der Regisseur Clemens Kuby begleitet Menschen auf ihrem Weg zur Heilung durch den Amazonas-Regenwald, durch Nepal und Burma bis hin zu Wunderheilern auf den Philippinen. Der Film stellt Menschen vor, die Ungewöhnliches wagen, um gesund zu werden. Auf der anderen Seite stehen Menschen mit unerklärbaren Fähigkeiten. Sie tragen verschiedene Bezeichnungen: Schamanen, Geistheiler, Alchimisten. Gezeigt wird die rätselhafte Herstellung eines AIDS-Heilmittels, ein philippinischer Chirurg, der nur mit seinen Händen und geistiger Kraft heilt, eine Tibeterin, die mit einem kleinen Rohr Krankheiten aus den betroffenen Körperstellen saugt. Eindrucksvoll erlebt der Zuschauer Heilkünste nach schamanischer Tradition. Es ist eine Reise zu den Mysterien von Psyche und Physis, zu Heilung und Visionen. Wissenschaftler demonstrieren ein Experiment für die Existenz übernatürlicher Kräfte und Fähigkeiten. Schamanische Heiler demonstrieren ihre Heilkünste in Operationen, Meditationen, Ritualen und Trance-Zuständen. Reisende und Patienten berichten über ihre Erfahrungen. Dabei erlebt der Zuschauer berührende Szenen, wie HIV-Infizierte und Krebskranke im letzten Stadium geheilt werden. Der Beweis bleibt nicht aus: Auch Schulmediziner können die vorher diagnostizierte Krankheit im Körper der Betroffenen nun nicht mehr nachweisen. Maria kam mit Leberkrebs in den Regenwald. Von ihren Ärzten in Österreich aufgegeben, reiste sie in den Dschungel in Hoffnung auf Heilung durch Don Agustin. Maria und die Gruppe durchleben mehrere Reinigungsrituale. Don Agustin saugt an Marias Körper und beschreibt den Krebs als giftigen Staub in seinem Mund. Er spuckt ihn aus. In einer nächtlichen Zeremonie kommen ihre verschütteten Seelenqualen an die Oberfläche. 2 Jahre nach ihrer Rückkehr von Don Agustin steht sie wieder vor der Kamera und berichtet rückblickend von ihren Gefühlen in Peru und von ihrem Sieg über den Krebs.

Eine ebenso außergewöhnliche Demonstration schamanischer Heilkräfte erlebt der Zuschauer am Ende des Films. Schamanen aus aller Welt sind zu einem Treffen zusammenkommen. Unter ihnen Don Agustin Rivas und die Koreanerin Hi-ah Park. Clemens Kuby wird Zeuge, wie verschiedene Heilmethoden überhaupt keine Medizin oder Eingriffe brauchen. Hi-ah Park, die koreanische Schamanin, heilt allein durch ihren Tanz.


Ihr Tanz ist Heilung


Die Schamanin wählt einen jungen Mann aus dem Publikum und führt ihn unter rhythmischem Tanz in Trance. Der Deutsche heißt Uwe und hat keine Ahnung, wieso sie ausgerechnet ihn aus dem Publikum herausholt. Anfänglich will er sich noch weigern, aber nach wenigen Minuten liegt er in vollkommener Harmonie auf dem Boden. Hi-ah Park tanzt um und auf Uwe. Über eine Stunde dauert ihr Trance-Tanz mit weißen Lilien, Gesängen und absoluter Hingabe. Hi-ah Park versetzt ihn durch magische Kräfte in Bewusstlosigkeit. Sie selbst verbindet sich im Tanz mit seiner Seele und spürt seine Sehnsucht nach einem Ort der Harmonie. Sie sieht seine verletzte Seele und seinen verzweifelten Fluchtversuch in Drogen und Alkohol. Hi-ah Park fleht seine verletzte Seele herbei, gebärt sie, nimmt ihren Schmerz auf sich und schreit ihn heraus. Zwei Tage später erzählt Uwe über seine Erlebnisse. Er hat momentan keinerlei Bedürfnis nach Kaffee, Alkohol, einer Zigarette oder einem Joint. Kurz, er möchte einfach nichts mehr in seinen Körper lassen, was ihm schaden könnte. Bisher war das in seinem Leben anders, aber nun fühlt er sich frisch und lebendig und kann sich nicht mehr vorstellen, seinem Körper Drogen oder Nikotin zuzumuten. Allerdings kann er sich den Zauber seiner Verwandlung nicht erklären.
Zwei Jahre später sucht ihn der Regisseur Clemens Kuby erneut auf und fragt ihn nach seinen Lebensgewohnheiten. ?Alles ist so wie an diesem Nachmittag nach dem Tanz von Hi-ah Park?, berichtet er. Er hat nie mehr Drogen genommen, keinen Alkohol mehr getrunken, keine Zigarette mehr angerührt. Jeder Tag seines Lebens ist ihm wertvoll. Clemens Kuby fragt ihn, was er dafür tut, ob er besonders achtsam sein muss oder bestimmte Regeln befolgt. Uwe beruft sich lediglich auf sein verändertes Bewusstsein: ?Ich kann nicht sagen, dass es mich anstrengt oder einer besonderen Disziplin bedarf. Ich habe einen anderen Blick auf mein Leben. Mein Bewusstsein ist heute ein anderes als vor dem Tag mit Hi-ah Park. Aber ich kann mir bis heute nicht erklären, was sie mit mir gemacht hat.?

Was war in ihrem Tanz passiert? Die Schamanin hat ihn eine Liebe erfahren lassen, die keine Bedingungen stellt. Nicht einmal die, den Anderen zu kennen. Sie hat sich mit seiner Seele verbunden und nachgespürt, was er braucht: ?Ich habe die Verzweiflung in ihm gespürt und die Suche nach einem Ausweg. Sein Zufluchtsort waren Drogen und Alkohol. Ich habe die Sehnsucht seiner Seele gespürt, die tiefe Sehnsucht nach einem Ort der Harmonie. So habe ich seine Seele an einen Platz geführt, an der sie absolute Harmonie empfindet und damit eine Veränderung in seinem Bewusstsein erlangt.?



?Ich wünsche, dass die Menschen erkennen, dass es Medizin nicht nur in der Apotheke gibt, sondern dass sie selbst die Kraft zur Heilung haben.?



Dem Unbegreiflichen eine Chance geben



Hi-ah Park zeigt den Teilnehmer in ihren weltweiten Workshops achtsam einen Weg auf, der aus psychosomatischem Stress, früheren Kindheits-traumata, Schmerzen und anderen Erkrankungen herausführt. Durch ekstatischen Tanz hilft die Schamanin dem Teilnehmer, seinen eigenen Weg der Selbsterfahrung zu finden. Die rhythmische Stimulans durch Tanz und Gesang verändert den Bewusstseinszu-stand und führt die Seele wieder zurück in die Harmonie. Der Teilnehmer erspürt sein Heilpotential und entwickelt so die nötige Energie, um Blockaden zu lösen. Dabei wird Angst in universelle Liebe transformiert, und plötzlich ist Leben nicht mehr mittelmäßig, sondern ein leidenschaftliches Abenteuer. Alte Muster können abgeschlossen werden, und neue Sichtweisen auf hoher mentaler, physischer, emotionaler und spiritueller Ebene tun sich auf. Ihre Workshops sind voll Inspirationen und tiefer Geheimnisse. Sie initiieren Tränen der Schmerzen, aber auch des Glücks. Spirituelles Heilen ist mehr als die Heilung unseres Körpers. Es ist Heilung unserer Seele, es bedeutet Glück und Liebe in unserem Leben empfinden zu können. Was würden wir nicht alles geben, um Liebe und Lebensfreude täglich zu empfinden? Gesundheit beginnt in unserem Bewusstsein und Krankheit ebenso. Wenn wir beginnen, unsere Seele gesunden zu lassen, begeben wir uns auf den Weg zu innerer und äußerer Heilung.

Hi-ah Park zeigt einen wundervollen Weg, die verschütteten Lebensenergien in uns zu wecken und uns damit von negativen Bindungen zu befreien. Jeder kann lernen diese neue Kraft in seinen Alltag zu integrieren. So wird das tägliche Leben kreativer und vielschichtiger, wir werden in jedem Moment durchdrungen von der immer präsenten Lebenskraft.

Der Schamanismus zeigt uns eine andere Wirklichkeit, komplexer und mystischer, als wir sie uns in unseren kühnsten Träumen vorstellen können. Er ist eine alte (archaische) Heilkunst, und Hi-ah Park wird uns einen neuen Weg aufzeigen, diese Räume zu betreten. Unterwegs in die nächste Dimension zu sein heißt, dem Unbegreiflichen eine Chance zu geben.



Die Süddeutsche Zeitung sprach mit der 60-Jährigen, die aussieht wie 40:
<I>
Sie sehen ja ganz ?normal? aus ...

Da bin ich aber froh. Schamanin ist ja auch kein 24-Stunden-Job. Außerhalb der Arbeit bin ich ein ganz gewöhnliches menschliches Wesen.

Ist denn Schamanin ein Beruf, den man sich aussucht?

Es verhält sich umgekehrt: Der Beruf sucht sich einen aus. Ich hatte nie die Absicht, Schamanin zu werden. Ursprünglich war ich Hofmusikerin und Tänzerin am Koreanischen Institut für Klassische Musik. Danach gab ich Tanzvorlesungen in den USA; nach einem Ratschlag meines Lehrers an der University of California begann ich mich wissenschaftlich mit Schamanismus zu befassen. Dann setzten meine Initiations-krankheiten wieder ein.

Initiationskrankheiten?

Das heißt, der spirituelle Körper kann sich nicht entfalten. Er zieht sich zurück und spinnt sich wie in einem Kokon ein. Dieser Prozess ist sehr schmerzhaft, aber er weist dir die Richtung. Denn aus dem Kokon kann ein Schmetterling schlüpfen.

Was ist Ihnen passiert?

Mit 19 hatte ich meine erste Krankheit: Ich bekam einen Tumor, der mich völlig bewegungsunfähig machte, bis er plötzlich wieder verschwand. Mit 33 erlebte ich monatelange Schlaflosigkeit. Acht Jahre später konnte ich mich vor Schmerz nicht bewegen. In dieser Zeit hatte ich Visionen, die mir zeigten, dass ich zurück nach Korea musste.

Und dann?

Ich wurde einer bekannten Schamanin vorgestellt. Sie erklärte mir, dass ich mich dem schamanistischem Ruf zweimal versagt hätte; wenn ich jetzt Widerstand leisten würde, musste ich sterben. Zwei Wochen später unterzog ich mich dem Initiationsritus.

Wie sieht der aus?

Es ist eine sehr komplizierte, eintägige Zeremonie, bei der ich auch Prüfungen bestehen musste. Am Schluss fühlte ich mich wie verwandelt, und ich tanzte auf scharfen Klingen.

Was tut eine Schamanin?

Um es allgemein auszudrücken: Ich führe die Menschen zu ihrem Selbst und ihrer ursprünglichen Kraft zurück. Dabei helfe ich ihnen, Spannungen und Blockaden abzubauen und negative Gefühle auszudrücken, etwa über rituelle Tänze und ähnliche Übungen.

Gehen Sie selbst ins Kino?

Ich liebe Filme. Tiger & Dragon etwa ist großartig. Aber ich komme viel zu selten dazu. Die Menschen, die ich kennenlerne sind mein wahrer Film. </I>




Hi-ah Park

Hi-Ah Park wurde in Korea geboren. Als kleines Kind wurde sie Zeuge einer schamanischen Zeremonie im Haus ihres Nachbarn. Sie war zutiefst fasziniert von den Tänzen und Gesängen, ohne zu wissen was Schamanismus ist. Aufgrund ihrer streng christlichen Erziehung behielt sie dieses Erlebnis in ihrem Herzen Jahrzehnte versteckt.

Sie studierte am College of Music der Seoul National University, vertiefte ihr Hauptstudium in Ethnomusik an der University of Washington und erhielt ihr Master Degree an der University of California in Los Angeles. Sie hielt Vorlesungen an den Universitäten in Washington und Los Angeles. Sie lehrte am Trinity College in Connecticut an den Fakultäten für Theater und Tanz, Religion und Musik. Immer wieder kehrten Ihre Gedanken zurück an das schamanische Erlebnis in Ihrer Kindheit. Daher begann sie sich systematisch mit Schamanismus zu beschäftigen. Ihr Interesse war anfänglich künstlerisch motiviert, doch nach mehreren schweren Krankheiten wurde ihr Durst nach spiritueller Erfüllung immer stärker.

Mit 41 wurde sie schließlich als Manshin, koreanische Schamanin, eingeweiht. Seit dem leitet sie schamanische Rituale und praktiziert ihren selbst entwickelten Ekstasetanz, um in Trance in einen Zustand des Eins-seins zu geraten. Seit ihrer Initiation als Schamanin im Jahre 1981 führt sie weltweit rituelle Tänze und Trance-Tänze auf. Hi-Ah Park hält Workshops und Vorträge zu den Themen Spirituelle Heilung und Ekstasetechniken in den USA, Korea und Europa.

Quelle:
naturel~ Schamanismus
<A href="http://www.naturel.biz/schamanisches_wissen_mit_hi_ah_park_erleben.htm" target=new>www.naturel.biz/schamanisches_wissen_mit_hi_ah_park_erleben.htm</A>

Sonja

Beitragvon Sonja » 07.11.2005, 12:13

ich hab den film "unterwegs in eine andere dimension" von clemens kuby gesehen und bin ebenfalls begeistert von der koreanerin. die ist supergut und wunderschön noch dazu. <IMG src="img/icon7.gif">
der film ist einsame spitze. aber eher abschreckend für solche, die noch keinen schimmer von schamanismus haben, weil der don augustin die leute reihenweise zum kotzen und scheissen bringt. hört sich nicht grad recht aufbauend an das ganze, wenn man nicht weiß, worum es da genau geht. <IMG src="img/icon7.gif">
aber manche mögen`s lieber mit vollnarkose und sanften berührungen.... *liebschaut*

geistervogel majun

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Beitragvon Morgenstern » 15.03.2006, 10:38

Beschreibung eines Seminarteilnehmers
Autor:Petra Johanna Loose und Mick (01.11.2003)
Rückblick auf ein Wochenende in Dresden voller Inspiration mit der Schamanin Hi-ah Park
<B>
Der Schmerz führt Euch zum Herzen
</B>
<I>?Liebe, Harmonie, Zufriedenheit, Kraft, Klarheit...? zu spüren und zu entwickeln, waren Wünsche und Herausforderungen der Teilnehmer an sich selbst. Welche Rolle Hi-ah Park dabei spielen würde, war vor Beginn des Seminars noch für viele offen. Ihre schamanischen Kräfte und Fähigkeiten kannten die meisten nur aus dem Film ?Unterwegs in die nächste Dimension?. In diesem Film zeigte Hi-ah Park in ihrem Ekstasetanz die Möglichkeiten schamanischer Heilpraktiken. In einer Stunde tanzte sie in Ekstase um und auf Uwe, verband sich mit seiner Seele und heilte ihn von seiner Drogen- und Alkoholsucht. Möglichkeiten, die der Schamanismus bereit hält, deshalb aber nicht von der jeweiligen Eigenverantwortung entbindet.


Mit einer großen Sehnsucht nach Heilung und Selbstfindung kommen auch die Menschen in die Seminare zu Hi-ah Park. Was fand an diesem Wochenende in Dresden statt? Samstag und Sonntag jeweils 10.00 ? 18.00 Uhr setzten sich die Teilnehmer mit ihren Gefühlen, verborgenen Schmerzen und Sehnsüchten auseinander. Mit kleinen Vorträgen, Dialogen, provozierenden Fragen, Tanz und Musik löste Hi-ah Park Tränen, Schmerzen, Lachen, Wut oder Erleichterung aus. In Bewegung und Tanz oder auch Massagen hatten die Teilnehmer die Chance, in ihre Gefühlswelt und in ihr tiefes Bewusstsein einzudringen. Was nimmt jeder einzelne aus diesem Seminar mit? Die Erfahrungen in solch einem Seminar sind so individuell, dass sie kaum verallgemeinert wiedergegeben werden können. Zwei der Teilnehmer schrieben für naturel über ihre Empfindungen und Erlebnisse des Seminars.


?Schmerz ist nichts weiter, als unterdrückte, nicht zugelassene Freude...?

So benannte es Hi ah Park, die Schamanin. Stark im Ausdruck und Wahrnehmung von Gefühlen, authentisch, schockierend, angstmachend, beherrscht, klar und Betroffenheit erzeugend. Für mich die Urkraft des Lebens in Person. Sie macht dabei keine Unterschiede zwischen Mann und Frau, es geht ihr um die menschlichen Empfindungen, um die Kraft, aus der das Leben lebt. Ihre eigene Ernennung zur Lehrerin des Chaos lies mich aus tiefstem Bauche lachen, öffnete mein Herz mit einem weinenden Auge dabei.

Mich erwartete eine kleine unscheinbare Frau, die kaum von anderen Asiatinnen zu unterscheiden ist, als ich fast auf die letzte Minute, voller aufgeregter Schmetterlinge in mir, den Seminarort erreichte.
Der englischen Sprache kaum mächtig, war ich abhängig vom Dolmetschen, was aber durch die fehlende Technik das perfekte Chaos in mir erzeugte. Bald ließ ich es bleiben rational zu verstehen und überließ mich den Schwingungen im Raum.......

Scheinbar konzeptionslos führte Hi ah Park uns 73 Teilnehmer durch 2 Tage mit anstrengenden bioenergetischen Übungen, Tänzen, Episoden aus ihrem Leben und den Versuchen, das Leben einer Schamanin zu beschreiben. Tiefe Wahrnehmung, die Essenz des Lebens, die Urkraft, den ?EROS? in uns, was ?ES? auch sei, sie weiß das auch nicht so genau. Aber es ist da, das Leben, weil es lebt und wir Menschen es fühlen können. Egal, ob Frau oder Mann, wir Menschen unterschiedlicher Kulturkreise fühlen das Leben, die Freude, den Schmerz, die Trauer, Wut und die Ängste, die uns prägen und unsere Lebendigkeit beeinflussen. Und Hi ah Park fühlte FÜR UNS und zeigte das, was sie empfindet, schonungslos. Das machte zutiefst betroffen. ALLE!!

2. Tag. Schon 5 Uhr morgens wusste ich nicht recht, ob ich wache oder träume oder im Traum so verprügelt mir vorkomme. Jede Zelle meines Körpers wie ausgewrungen, oh je, was tun ? Gleich im Bett bleiben? Schamanistische Arbeit - o.K..... Heilung fühlt sich nicht immer gesund an, ich weiß es und habe änhliches schon öfters erfahren..... Also los !
Hi ah wußte, dass heute der Schmerz da ist, und hatte die Heilungsarbeit vorbereitet. Wir bildeten 6er Gruppen und berührten einander Arme, Beine und Kopf. Einer liegt in der Mitte, fünf sitzen um ihn herum. ?Fühlt in eurem Körper den Schmerz dessen, der da liegt. Und gebt dem Körperteil, welchen ihr berührt das, was ihr Euch geben würdet?, war die Aufgabe. In mir jubelte es. Ich arbeite als Bodyworkerin ja genauso, intuitiv. Diese Aufgabe wirkte wie die ?innere Erlaubnis? für mich. Ich darf das fühlen, es ist wichtig sogar. Und ich genoss es zu geben und zu bekommen.
Wir wurden an die Zeitverhältnisse von Geben und Nehmen erinnert: 5 x 7 Minuten geben, 1 x 7 Minuten bekommen. Ist es das Verhältnis wert? Auf der Ebene des FÜHLENS laufen die Uhren anders. Die gewohnten zeitlichen Begrenzungen werden durchdrungen - vergleichbar mit den Träumen, deren Inhalte vom Verstand her in Stunden ablaufen müßten - tatsächlich aber nur Sekunden beanspruchen.

Den Höhepunkt dieses Tages bildetet eine 2stündige Initiation mit begleitender Musik und energetischer Unterstützung von Hi ah. Es ging UM, IN und DURCH den Schmerz. Der Körper bewegte sich mit Hilfe der wechselnden, durchdringenden Klänge. Ich fühlte mich geborgen im Raum und tauchte ein.

Das Zentrum des schmerzenden Bereiches in mir öffnete sich, ich war in einer bekannten Welt, vertraut aus anderen Sitzungen. Eine Kluft, silbergrau, feucht, kalt, unwirtlich. Plötzlich öffnete sich der Boden, dort wo es am schmalsten war, und Lava quoll hervor, glühendrote Lava. Aus ihr sprudelten drei Symbole heraus, die ich ebenfalls schon kannte und noch nie weiter benutzt hatte, darunter eine goldene Schlange.

Plötzlich wußte ich, was ich zu tun hatte. Ich bat die Schlange, mir dabei zu helfen, diese Kluft (real eine Operations-Narbe) zu schließen, damit die Lava nicht weiter heraussprudelt, sondern in mir aufsteigen kann, mein Lebensstrom wieder richtig und kraftvoll fließen kann. Die Schlange bewegte sich wie eine Nähnadel hin und her, ?nähte? diese dunkle Kluft zu und sprühte zur besseren Durchblutung noch ein wenig von ihrem Gift als Arznei dazu.
Wohlgefühl durchströmte mich, ich erfuhr mich wieder als ?ganz?, voller Freude im Herzen kam ich wieder in die Ratio zurück, tanzte ausgelassen und ruhte mich danach dankbar aus.

Nicht leicht fällt es mir, solche Erlebnisse in Worte zu fassen, und es ist auch noch längst nicht alles zum Ausdruck gekommen. Sicherlich muss es das auch nicht.

Eines möchte ich noch mitteilen, ein Thema, was alle Deutschen und Deutschland angeht: Dieses Schuldgefühl, was uns sogar beschämt, unsere Volkslieder zu singen. Hi ah wünscht sich zum Abschluß ein Lied. Jemand stimmte in Englisch an..... Sie unterbrach und wünschte sich ein Lied auf deutsch - sie weiß, es ist verboten......wegen dem Mißbrauch damals.....

Vielleicht beginnt jetzt eine Zeit, auch diese Wunden zu heilen - nicht nur die von Dresden im Symbol der Frauenkirche, einer Kirche der ?Heiligen Frau?, der ?Mutter Gottes? oder die von altersher ?Große Mutter? genannte und verehrte.
Hi-ah Park, die Schamanin, ist transdimensional zu Hause, es gibt in keiner Gesellschaft einen Platz für sie mehr.

Autorin: Petra Johanna Loose



Ein Wochenende voll Sonne für draußen und voll Tanz und Weisheit für drinnen

Sonnabend Vormittag in einer Turnhalle über der Stadt. Kurz nach 10:00 kommt sie, Hi-ah Park. Als erstes löst sie unsere ?Klassenzimmerordnung? auf in einen Kreis, in dem wir, 73 Frauen und Männer, sitzen, fragt jeden von uns, was wir hier wollen. Uta hinter ihr und einen Kopf größer übersetzt. Sie tut das gut und gestenreich, gefühlvoll. Und ihre Arbeit ist schwer, denn temperamentvoll redet die kleine Frau mit den scharfen, durchdringenden Augen und dem sanften Gang, ohne besondere Rücksicht auf Übersetzung, was ab und an zum Untergang einzelner verbaler Passagen führte und uns wieder daran erinnerte, dass die verbale Kommunikation ohnehin die fehlerhafteste aller Verständigungsmöglichkeiten ist. Viel wichtiger, aber auch schwerer zu übersetzen für uns teutonische Technokraten war die Symbolik der Gefühle, als sie zum Beispiel sagte: ?Man stirbt zu spät, wenn man stirbt.? Und mancher glaubte, es sei ein Übersetzungsfehler.

Ihre verbalen Antworten in diesem ersten Rundgang der Befragung zeigten uns unsere festen Muster. Wir nehmen sie täglich an, wir üben sie, leben sie und nennen sie unsere Sichtweise. Dieses erstaunte Frage, ob dies nun wirklich ein ?Problem? sei, dieses mit dem Kopf schütteln, lachen und dieses emotional ausgedrückte ?... wenn du es so möchtest, dann viel Spaß dabei...? hat vielleicht den einen oder anderen von uns seine ?Probleme? unter einem anderen Fokus sehen und relativieren lassen. Vielleicht hat manch einer verstanden, dass das Leben kein Problem, sondern eine Erfahrung ist, die es zu machen gilt. Vielleicht hat manch einer von uns gefühlt, dass wir die Meister unseres Lebens sind und dass es keinen gibt, der unser Leben besser lebt als wir. Weil wir einfach nur sind, was wir sind - was gut ist. Denn die Dinge sind, was sie sind, und nur unsere Gedanken machen sie gut oder schlecht. Vielleicht hat manch einer von uns verstanden, dass wir die Welt nicht sehen, wie sie ist, sondern die Welt ist, wie wir sie sehen, und damit alles an uns, in uns liegt.

Ihr Programm war Tanz und ihr Konzept loslassen, in der Metapher über den Tod, um zu neuem Leben zu kommen. Das Rad des Lebens, wie es die Buddhisten wohl nennen. Und wir tanzten.Gefühl war Schweiß gefüllt, war Schrei und schwer, war lachen und leicht. Mancher, oberkörperfrei nass glänzend, in Bewegung. Mancher still sitzend, in sich gekehrt. Alle die Augen verdeckt, durch einen Dschungel aus akustisch manifestierter Emotion suchend nach... sich selbst. Findend... ? Und da waren sie zu fühlen, diese drei Erscheinungsformen der Angst. Wut, Flucht und das sich ?Tod stellen? hingen drückend über uns. Dann wieder Leichtigkeit, schmetterlingsgleich. Streichelnde sanfte Berührung durch Zuwendung. Aspekt der Liebe. Empfangen von Menschen, die man nie sah und vielleicht nie wieder sieht. Momente der Harmonie, die das Herz weit werden ließen.

Erstaunlich, die getanzte Seelenbefreiung zu Anfang. Erlösung als Aufgabe. Die Führung der an einem 13. Februar in Dresden verstorbenen Seelen ins Licht. Wir nahmen sie auf, trugen sie raus ins Freie und ließen sie los. Einbildung? Spätestens seit 1984 ein Atomphysiker namens Dr. Carlos Rubbia den Nobelpreis für seine Entdeckung bekam, dass rund 1 Milliarde (9,746x10 hoch 8) Energieanteile notwendig seien, um ein Materieanteil entstehen zu lassen, scheint Vorsicht angemessen. Zumal wir nicht sagen können, wir verstünden den einen Anteil vollständig.
Schamanimus ist Energiearbeit. Der praktizierte Wechsel zwischen zwei möglichen Welten wurde gezeigt und von manchem gefühlt.

Wir übten Vertrauen, uns fallen lassen in andere und, was wohl viel schwerer ist, in uns selbst. Wir kämpften gegeneinander tanzend und fließend ineinander, ohne Berührung, voll Wut und Freude, uns selbst meinend. Wir gaben uns Zuwendung und Wärme, massierten uns Köpfe, Arme und Beine. Wir schlossen Augen und fühlten und wurden gefühlt. Und wir wurden geführt und tanzten.

Und immer wieder ihr Vorwurf, wir seien zu kopflastig, würden nicht die Summe unseres Seins sein. Nur Ratio würden wir zulassen, anerkennen, zeigen. Sie brachte Emotionen zum Ausdruck, die unsere waren, aber reagierte nicht nach unseren uns lieb gewordenen Verhaltensmustern.

Ein Blume aus uns bildend saßen wir Sonntagnachmittag, Männer innen, Frauen außen, und formten Gefühl, als sie spürte, dass ein Teil von uns nur Kopf ist, wieder nicht Herz. Sie reagierte, klar und gefühlvoll, hart und sanft, schrie und weinte, meinte nicht sich, sondern uns. Sie zeigte Blockaden und ließ uns singen... . Nicht englisch, nein, deutsch. Unsere Volkslieder. Und wir sangen, erst vorsichtig, dann bewusst werdend unserer selbst. Kraftvoll und schön, und Texte kamen ohne zu denken und Gefühl stieg langsam hoch und sank tränenschwer in manche Augen, legt sich über uns. Sie löste sich aus dem inneren Kreis, tanzte und fiel in sich. Vogelgleich zart und zerbrechlich fühlte sie sich an und schutzbedürftig verfing sich dieses Wesen, das Energie nahm und gab wie ein Schwamm Wasser... .

Hat sich nun dieses Wochenende gelohnt? War es das Geld wert? Kann man Befindlichkeiten, Gefühle überhaupt in Geld ausdrücken? Und wozu sollte man das tun? Warum waren wir da? Jeder entscheidet für sich nach seiner Wahrnehmung und manifestiert daraus seine Wahrheit. Und gibt es dann vielleicht doch so viel Wahrheiten wie Menschen und vielleicht noch die eine, die wir alle nicht verstehen und deshalb ständig um sie herum reden?

Autor: Mick


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