"Wer ist Ich?" auf 3sat in der Reihe "Quanten

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Jay
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"Wer ist Ich?" auf 3sat in der Reihe "Quanten

Beitragvon Jay » 12.04.2008, 13:15

Hallo Ihr Lieben,

heute mal kein Tipp, und ich weiß auch nicht, ob die Sendung wiederholt wird.

Letztens lief auf 3sat in der Reihe ?Quantensprünge? eine Sendung mit dem Titel ?Wer ist ich?? Dort erfuhr ich, dass derzeit weltweit ca. 50.000 Forscher an den Themen Gehirn und Bewusstsein arbeiten. Einige dieser Arbeiten wurden vorgestellt und auch einige der Forscher kamen zu Wort. Außerdem gab es Beiträge von Neurophilosophen und Neurotheologen. Ich hatte bis dato von diesen Berufszweigen noch nie etwas gehört.

Die für mich bahnbrechendsten Neuentdeckungen waren zum einen ein Test, der zum Ergebnis hatte, dass es einen sog. freien Willen anscheinend nicht gibt. Denn das Gehirn der Probanden hatte bei den gestellten Aufgaben schon lange (teilweise bis zu 10 sec. vorher) entschieden, bevor den Getesteten die Entscheidungen überhaupt erst bewusst wurden.

Zum zweiten war für mich die aus den entsprechenden Versuchsanordnungen gewonnene Erkenntnis spannend, dass Gedanken, Gefühle oder allgemein gesprochen Geistiges offenbar ohne die dazugehörigen neuralen Funktionen nicht existieren kann. Rudolf Steiner hat diese Behauptung vor vielen Jahrzehnten auch schon aufgestellt (?Geist ist niemals ohne Materie und Materie niemals ohne Geist?).

Was ich mich frage ist, wie ist denn das in diesem Falle mit der Reinkarnation und mit der unsterblichen Seele und mit den Toten und den körperlosen Geistern, mit denen ich kommuniziere? Gibt es die möglicherweise gar nicht, und spielt sich alles was ich erlebe auf ganz anderen Ebenen ab? Und wenn ja, auf welchen?

Ach ja, und das Ich, das wird möglicherweise komplett überschätzt. Das Gehirn arbeitet offensichtlich ziemlich unabhängig davon und auch ohne das eigene Bewusstsein effizient. Ist das Ich also ein Luxus, den die Evolution sich beim Menschen leistet? Oder eine Darwin?sche Entgleisung, die zunächst evolutionär erfolgreich war, sich langfristig gesehen jedoch zerstörerisch auswirkt? Das waren so Fragen, die mir spontan dazu einfielen.

Was meint Ihr dazu?

Herzlichst Judith
"... und dann braucht man ja auch noch Zeit, um einfach nur vor sich hin zu schauen." (Astrid Lindgren)

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Beitragvon Eliphaz » 12.04.2008, 14:22

Judith,

da kann ich nur die Quantenforschung *entgegen* halten...
Versierte Wissenschaftler, die einen versuchsaufbau *total wissenschaftlich* durchführen... Und das vom Versuchsleiter *erwartete* Ergebnis funktioniert...

Demnächst wird die größte Anlage in Betrieb gehen und Kritiker befürchten das Entstehen eines *schwarzen Lochs* und die damit verbundene Katastrophe, dass unsere Milchstrasse *verschluckt* wird :lol:
(Nur wird dies nicht m.E. passieren, da eben Diejenigen, die daran arbeiten, ein anderes Ergebnis erwarten)...

Ganz unwissenschaftlich:
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es der Wissenschaft gelingen wird, da *endgültige* Beweise vorzulegen...
Geist kann durchaus ohne Materie existieren, und wie ist das mit *unbeseelter* Materie? :lol:

Und genau in diesem Umkehrschluss liegt die *Achillesferse der Wissenschaft*

Herzgruß!
Wolfgang ;)
[align=center]"Wenn der Sturm durch Deine Äste fegt, brauchst Du starke Wurzeln!"
http://eliphaz.de/[/align]

Gast

Re: "Wer ist Ich?" auf 3sat in der Reihe "Qua

Beitragvon Gast » 13.04.2008, 14:51

Liebe Judith,
meiner Meinung nach ist Geist - also auch das Ich - eine an den Körper gebundene Funktion, die mit dem Tod desselben erlischt.
Seele ist ohne "Ich". Etwas Traszendentes.
Ich bringe mal das Beispiel mit dem Computerspiel.
Körper und Geist... das ist die Spielfigur im Computerspiel. Sie empfindet sich als "Ich", das, was sie erlebt ist ihr Leben, ihre Realität.
Wenn sie im Spiel stirbt, erlischt diese Identität. Was der Spielfigur aber nicht so bewusst ist, sie aber vll. philosopieren kann ist, daß sie von "mir" gespielt wird. Ich, der Spieler, bin dann die Seele - die Figur wird zu meinem Avatar. Auf mich wirkt sich das Sterben der Figur nicht sonderlich aus - aber ich kann natürlich Erfahrungen durch sie sammeln, da ich all das erlebe, was die Figur erlebt.
Eine Reinkarnation des "Ich" wäre also ausgeschlossen. Aber der Spieler kann natürlich jederzeit ein anderes Spiel spielen oder auch das selbe und diesmal einige Entscheidungen anders treffen.
Ich hoffe, diese Analogie ist noch einigermassen verständlich,
herzliche Grüße,
Don

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Beitragvon Jay » 13.04.2008, 19:28

Lieber Wolfgang, Dir hatte ich ja an anderer Stelle schon mal geantwortet.

Lieber Don,
dieses Bild der Seele als Puppenspieler ist mir schon einige Male begegnet, und ich finde, es ist ein sehr schönes und tröstliches Bild. Und verständlich fand ich Deine Analogie auch. Für meine Begriffe ist sie eine Art theologisches oder weltanschauliches Konzept. Wir sind es seit langem gewohnt, die Transzendenz und das Nichtstoffliche in unser Weltbild mit einzubeziehen. Aber gerade diese Denkungsart ist möglicherweise durch die neueren Forschungsergebnisse allmählich überholt.

Nämlich in der besagten Sendung meinten die Neurologen ganz eindeutig, dass es ein Fortbestehen der Seele ohne die dazu gehörigen, molekularen Gehirnfunktionen nicht geben kann. Und sie glauben aus diesem Grund an größere Umwälzungen auf dem Gebiet menschlichen Bewusstseins und des Glaubens in naher Zukunft. Einige von ihnen machen sich zum Teil richtige Sorgen um die bestehenden Glaubensstrukturen und -systeme.

Herzlichst Judith
"... und dann braucht man ja auch noch Zeit, um einfach nur vor sich hin zu schauen." (Astrid Lindgren)


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